In der Märkischen Allgemeinen schreibt am 16. Juni 2009 Claudia Pirsch

Drei Stelen zur Ehrung von Eva und Erwin Strittmatters wurden bei Gransee feierlich enthüllt.

DOLLGOW – Mit Lesungen und Gesang von Schülern des Granseer Strittmatter-Gymnasiums ist am Sonnabend der Strittmatter-Gedenkort in Dollgow eingeweiht worden. Weißer Stoff verhüllte – soweit der Wind es zuließ – drei gläserne Stelen, auf denen Biografisches und Literarisches über und von Eva und Erwin Strittmatter zu lesen ist. Das Schriftstellerpaar übersiedelte 1954 von Berlin nach Schulzenhof bei Gransee. Erwin Strittmatter lebte dort bis zu seinem Tod 1994, die gebürtige Neuruppinerin Eva Strittmatter noch heute.
„Es ist so weit“, verkündete der Gemeindebürgermeister Wolfgang Kielblock. Er sei stolz und erleichtert, dass nun endlich auch die Gemeinde Stechlin dem berühmten Literaten-Ehepaar die Ehre zuteil werden lasse, die es verdiene, sagte er. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Eva Strittmatter nicht selbst am Festakt teilnehmen, dafür war ihr Sohn Ilja Strittmatter zugegen, der Blumen und Glückwünsche für seine Mutter entgegen nahm.
Das Programm, durch das Amtsdirektor Frank Stege führte, gestalteten Schüler des Granseer Strittmatter-Gymnasiums. „Wir haben uns bemüht, sowohl die Lieder als auch die Texte aufeinander abzustimmen“, sagte Deutschlehrerin Kathrin Bartel. Die vorgetragenen Texte hatten alle einen Bezug zur langjährigen Heimat der Strittmatters, die sie in ihrem Schaffen stark beeinflusst hat. Das hob auch René Strien vom Aufbau Verlag hervor. „Eva Strittmatter ist die meistgelesene Lyrikerin in Deutschland. Und das hat sie unter anderem dieser Gegend zu verdanken.“
Mitten in die erste Rezitation des Gymnasiasten Arthur Wolf, der Auszüge aus Erwin Strittmatters „Mein Dorf“ vortrug, platzte ein fahrender Bäckergeselle, der mit einem kleinen Hupkonzert auf sich aufmerksam machen wollte. Die unwilligen Blicke der Zuhörer wandelten sich jedoch schnell in ein Schmunzeln, als just in diesem Augenblick die Worte Strittmatters „als Bäckergeselle gibt es wenig zu verdienen“ durch die Boxen schallten. (Von Claudia Pirsch)

Der Verein war bei der feierlichen Einweihung vertreten.